„Wie viele Heizkreise brauche ich?“ ist wahrscheinlich die Frage, die am häufigsten auftaucht, sobald jemand mit einem Verlegeplan beginnt. Die Antwort ist keine feste Zahl pro Haus, sondern ergibt sich aus einer einfachen Rechnung. Wer diese Rechnung einmal gemacht hat, teilt jeden Raum ohne langes Nachdenken auf.
Die kurze Antwort: Jeder Raum bekommt mindestens einen Heizkreis, und ein Heizkreis bleibt unter etwa 100 Metern Rohr, Vor- und Rücklauf zum Verteiler eingerechnet. Große Räume teilen Sie also in mehrere Heizkreise auf.
Die Faustregel: Meter Rohr pro Quadratmeter
Wie viel Rohr in einen Quadratmeter Boden passt, hängt nur vom Verlegeabstand ab. Rechnen Sie 1 geteilt durch den Verlegeabstand in Metern:
| Verlegeabstand | Rohr pro m² | Max. Fläche pro Heizkreis* |
|---|---|---|
| 10 cm | 10 m | ca. 9 m² |
| 15 cm | 6,7 m | ca. 13,5 m² |
| 20 cm | 5 m | ca. 18 m² |
* Bei einem Heizkreis von 100 m, von denen 10 m auf Vor- und Rücklauf entfallen. Sitzt der Verteiler weiter weg, wird die Fläche kleiner.
Die Bögen müssen Sie nicht separat berechnen, sie stecken bereits in der Näherung. Was Sie aber gesondert zählen müssen, ist die Entfernung zum Verteiler. Diese Strecke verlegen Sie zweimal: einmal für den Vorlauf, einmal für den Rücklauf. Ein Schlafzimmer 8 Meter vom Verteiler entfernt kostet Sie also 16 Meter Rohr, bevor Sie überhaupt im Raum sind. Wie stark das ins Gewicht fällt, sehen Sie in unserem Artikel über die maximale Heizkreislänge.
Durchgerechnet: ein Wohnzimmer mit 37,5 m²
Nehmen Sie ein Wohnzimmer von 7,5 mal 5 Metern mit 15 cm Verlegeabstand. Der ganze Boden würde 37,5 × 6,7 ≈ 250 Meter Rohr brauchen. Das ergibt mindestens drei Heizkreise.
Aber es gibt einen Haken. Der Verteiler sitzt im Flur, und es gibt nur eine Tür. Die Leitungen der beiden entferntesten Heizkreise müssen also durch den Raum zu dieser Tür. Führen Sie sie quer durch den ersten Heizkreis, bekommen Sie einen warmen Streifen und einen unübersichtlichen Plan. Besser ist es, einen Streifen entlang der Wand freizuhalten, in dem nur die Anbindeleitungen laufen.
Mit diesem Streifen von 80 cm bleiben für die drei Heizkreise je 10,5 m². Das ergibt:
- HK1: 70 m im Raum + 3 m Vor- und Rücklauf = 73 m
- HK2: 70 m + 7 m = 77 m
- HK3: 70 m + 12 m = 82 m
Also drei Heizkreise, deutlich unter der Grenze und untereinander gut ausgewogen. Der Streifen selbst bleibt nicht kalt: Sechs Rohre nebeneinander geben dort genug Wärme ab.
Warum nicht einfach ein langer Heizkreis?
Weil das Wasser dann nicht mehr gut hindurchkommt. Ein längerer Heizkreis beheizt mehr Fläche und muss deshalb auch mehr Wasser fördern. Beide Effekte zusammen lassen den Druckverlust viel schneller steigen als die Länge. Die Pumpe muss den ungünstigsten Heizkreis noch versorgen können, und alle anderen werden darauf abgeglichen. Ein einziger Ausreißer macht also das gesamte System weniger effizient.
Umgekehrt ist ein sehr kurzer Heizkreis nicht falsch, solange Sie ihn einregulieren können. Ein WC mit 3 m² und 25 Metern Rohr funktioniert bestens, wirkt im Plan aber wie ein Fremdkörper. Große Längenunterschiede gehören zu den klassischen Fehlern in Verlegeplänen.
Ein Raum, ein Heizkreis (oder mehr)
Ein Heizkreis gehört in einen Raum. Das ist nicht nur ordentlich, sondern auch praktisch: Mit einem Raumthermostat pro Raum steuern Sie die Heizkreise dieses Raums. Teilen Sie einen Heizkreis auf zwei Zimmer auf, regeln Sie diese Zimmer immer gemeinsam.
Es gibt Ausnahmen. Ein kleines WC neben dem Flur kann sich einen Heizkreis mit dem Flur teilen. Und der Flur selbst braucht manchmal gar keinen eigenen Heizkreis, weil die Anbindeleitungen aller anderen Räume ohnehin durch ihn laufen. Mehr dazu unter der beste Platz für Ihren Heizkreisverteiler.
Richtwerte pro Raum
| Raum | Typischer Verlegeabstand | Beispiel | Heizkreise |
|---|---|---|---|
| Bad | 10 cm | 8 m² → 80 m + Anbindung | 1, manchmal 2 |
| Wohnzimmer | 10 oder 15 cm | 35 m² mit 15 cm → 233 m | 3 |
| Küche (ohne Schränke) | 15 cm | 11 m² → 73 m | 1 |
| Schlafzimmer | 15 oder 20 cm | 14 m² mit 15 cm → 93 m | 1 oder 2* |
| Arbeitszimmer | 15 cm | 9 m² → 60 m | 1 |
* Das Schlafzimmer mit 14 m² ist ein Grenzfall: Liegt der Verteiler 5 Meter entfernt, kommen Sie auf 103 Meter. Mit 20 cm Verlegeabstand (70 m im Raum) passt es in einen einzigen Heizkreis. Welcher Verlegeabstand passt, lesen Sie unter Verlegeabstand: 10, 15 oder 20 cm.
Wie viele Heizkreise an einem Verteiler?
Heizkreisverteiler gibt es in Ausführungen mit 2 bis etwa 12 Abgängen. Haben Sie mehr Heizkreise oder beheizen Sie zwei Geschosse, arbeiten Sie mit zwei Verteilern. Das hat auch einen Vorteil: Die Anbindeleitungen werden kürzer, und es laufen weniger Rohre durch denselben Flur.
Planen Sie bei der Bestellung übrigens ein oder zwei Abgänge mehr ein. Einen Heizkreis, den Sie später doch teilen möchten, oder einen Wintergarten, der in fünf Jahren dazukommt, schließen Sie dann ohne Aufwand an.
Zusammengefasst
- Wählen Sie den Verlegeabstand pro Raum.
- Berechnen Sie das Rohr im Raum: Fläche geteilt durch den Verlegeabstand.
- Rechnen Sie Vor- und Rücklauf zum Verteiler hinzu.
- Liegen Sie über ca. 100 Metern, teilen Sie den Raum in Heizkreise von ungefähr gleicher Größe auf.
- Halten Sie einen Streifen frei, durch den die Leitungen des entferntesten Heizkreises laufen müssen.
Möchten Sie Schritt für Schritt vorgehen, beginnen Sie mit der Anleitung für einen Verlegeplan. Oder zeichnen Sie gleich los: In der Fußbodenheizungsplan-App legen Sie pro Raum einen oder mehrere Heizkreise an, und die App berechnet die genaue Länge jedes Heizkreises, einschließlich der Anbindeleitung zum Verteiler. So sehen Sie sofort, welcher Heizkreis die 100 Meter überschreitet.