Der Verlegeabstand ist eine der ersten Entscheidungen in einem Verlegeplan und vielleicht die wichtigste. Er bestimmt, wie viel Wärme der Boden abgeben kann, wie gleichmäßig er sich warm anfühlt und wie viele Meter Rohr Sie kaufen. Trotzdem wird er oft nach Gefühl gewählt oder einfach aus dem letzten Projekt des Heizungsbauers übernommen.
Der Verlegeabstand (VA) ist der Abstand zwischen zwei benachbarten Rohren, gemessen von der Mitte des einen Rohrs bis zur Mitte des anderen. Üblich sind 10, 15 und 20 cm, mit Ausreißern bis 5 cm bei Sanierungssystemen und 25 oder 30 cm in Räumen, die kaum Wärme brauchen.
Was ändert sich, wenn Sie enger verlegen?
1. Mehr Wärme bei gleicher Wassertemperatur
Mehr Rohr im Boden bedeutet mehr Kontaktfläche zwischen dem warmen Wasser und dem Estrich. Der Boden gibt also mehr Wärme ab, ohne dass das Wasser wärmer sein muss. Umgekehrt: Für dieselbe Wärme kann das Wasser kühler sein.
Genau deshalb passt ein kleinerer Verlegeabstand so gut zu einer Wärmepumpe. Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Pro Grad weniger gewinnen Sie schnell einige Prozent Effizienz. Über eine ganze Heizperiode summiert sich das.
2. Ein gleichmäßiger warmer Boden
Direkt über einem Rohr ist der Boden etwas wärmer als zwischen zwei Rohren. Liegen die Rohre eng beieinander, gehen diese warmen Streifen ineinander über. Liegen sie weit auseinander, spüren Sie mit nackten Füßen manchmal die Bahnen. Bei Fliesen merken Sie das stärker als bei Parkett, weil Fliesen die Wärme besser leiten.
3. Mehr Rohr, mehr Heizkreise
Das ist die Kehrseite. Bei 10 cm verlegen Sie 10 Meter Rohr pro Quadratmeter, bei 20 cm nur 5. Da ein Heizkreis nicht viel länger als 100 Meter sein sollte, beheizt ein Heizkreis bei 10 cm nur etwa 9 m². Ein Wohnzimmer mit 36 m² braucht dann vier Heizkreise, bei 15 cm drei. Mehr Heizkreise bedeuten einen größeren Verteiler und mehr Anbindeleitungen. Wie Sie das berechnen, lesen Sie unter wie viele Heizkreise Sie brauchen.
Richtwerte pro Raum
| Raum | Verlegeabstand | Warum |
|---|---|---|
| Bad | 10 cm | Höhere Wunschtemperatur (24 °C), wenig freie Bodenfläche |
| Wohnzimmer, Küche | 10 oder 15 cm | 10 cm mit Wärmepumpe oder großen Fenstern, sonst 15 cm |
| Arbeitszimmer | 15 cm | Normaler Aufenthaltsraum |
| Schlafzimmer | 15 oder 20 cm | Niedrigere Wunschtemperatur |
| Flur, Abstellraum | 20 cm oder kein Heizkreis | Geringer Wärmebedarf, oft schon warm durch die Leitungen |
| Randzone an Glasflächen | 10 cm | Zusätzliche Wärme dort, wo die Kälte herkommt |
Das sind Ausgangswerte, keine Gesetze. Ein gut gedämmtes Schlafzimmer in einem Passivhaus kommt mit 20 cm bestens aus. Ein altes Wohnzimmer mit Einfachverglasung braucht vielleicht 10 cm, um warm zu werden. Liegt eine Heizlastberechnung vor, lassen Sie diese entscheiden.
Der Bodenbelag spielt mit
Fliesen und Naturstein leiten Wärme gut weiter. Parkett, Vinyl und vor allem Teppich bremsen sie: Der Bodenbelag wirkt wie eine dünne Dämmschicht. Entscheiden Sie sich für Holz oder Vinyl, brauchen Sie bei gleichem Verlegeabstand eine etwas höhere Wassertemperatur, oder Sie verlegen die Rohre enger, um das auszugleichen. Fragen Sie Ihren Bodenlieferanten nach dem Wärmedurchlasswiderstand des Belags und ob er für Fußbodenheizung geeignet ist.
Unterschiedliche Verlegeabstände in einem Raum
Es muss nicht überall gleich sein. Entlang einer großen Glasfront kann ein Streifen mit 10 cm liegen, während der Rest des Raums mit 15 cm verlegt ist. Das nennt man Randzone, und alles darüber lesen Sie unter Randzonen an Fenstern und Außenwänden.
Bedenken Sie aber, dass ein Mäander bei 10 cm enge Bögen hat. Ein 16-mm-Rohr lässt sich nicht einfach zu einem Halbkreis von 10 cm biegen. Wie Heizungsbauer das lösen, sehen Sie unter Schnecke oder Mäander.
Irrtum: Enger ist immer besser
Nicht unbedingt. Ein Raum mit geringem Wärmebedarf hat nichts von 10 cm. Sie bezahlen mehr Rohr, Ihr Verteiler braucht mehr Abgänge, und jeder Heizkreis deckt weniger Fläche ab. Und weil ein Boden mit viel Rohr schneller auf Temperatur kommt, muss auch die Regelung feiner arbeiten, um nicht zu überschwingen.
Umgekehrt sind 20 cm in einem Wohnzimmer mit Wärmepumpe oft zu knapp. Der Boden braucht dann wärmeres Wasser, um dieselbe Wärme zu liefern, und dafür bezahlen Sie mit Effizienz.
Und bei einer Sanierung?
Dünnschichtsysteme und eingefräste Fußbodenheizungen arbeiten mit dünneren Rohren von 10 bis 12 mm. Diese liegen typischerweise bei 5 bis 10 cm, weil ein dünnes Rohr weniger Wärme abgibt und die Schicht darüber dünn ist. Die Folge: noch mehr Rohr pro m² und damit noch kürzere Heizkreise. Mehr dazu unter Verlegeplan für eine Sanierung.
Selbst vergleichen
Am besten spüren Sie, was ein Verlegeabstand verändert, wenn Sie zwei Varianten nebeneinander zeichnen. In der Fußbodenheizungsplan-App stellen Sie den Rohrabstand pro Raum ein und sehen sofort, wie dicht die Heizkreise beieinanderliegen. Achten Sie dabei auch auf die Länge jedes Heizkreises: Was passiert, wenn er zu lang wird, lesen Sie unter maximale Heizkreislänge.