Schnecke oder Mäander: Welches Verlegemuster passt zu welchem Raum?

4 Min. Lesezeit

Wer sich ein paar Verlegepläne ansieht, entdeckt immer wieder zwei Formen: Spiralen, die zur Raummitte hin drehen, und Rohre, die in langen Bahnen hin und her laufen. Das Erste heißt Schnecke (auch schneckenförmig oder bifilar verlegt), das Zweite Mäander. Beides funktioniert. Die Wahl bestimmt vor allem, wie sich die Wärme über den Boden verteilt.

Die Schnecke: warm und kühl im Wechsel

Bei der Schnecke laufen Vorlauf und Rücklauf nebeneinander. Das Rohr dreht sich mit doppeltem Verlegeabstand zur Raummitte, macht dort einen S-Bogen und läuft zwischen den hinführenden Bahnen wieder nach außen. Das Ergebnis: Neben jeder warmen Bahn (Vorlauf) liegt eine kühlere Bahn (Rücklauf).

Das klingt nach einem Detail, ist aber der eigentliche Grund, warum dieses Muster so beliebt ist. Die warmen und kühlen Bahnen gleichen sich aus, sodass sich der Boden überall ungefähr gleich warm anfühlt. Es gibt keine warme und keine kalte Seite.

Fußbodenheizung als Schnecke neben einem Mäander, eingefärbt vom warmen Vorlauf zum kühleren Rücklauf
Links wechseln sich warm und kühl ab. Rechts kühlt das Wasser vom Fenster zur gegenüberliegenden Seite hin ab.

Einen zweiten Vorteil sehen Sie erst, wenn Sie die Bögen zählen. Bei der Schnecke macht das Rohr fast nur 90-Grad-Bögen. Die einzigen Umkehrbögen liegen in der Mitte, und dort ist der Platz doppelt so groß wie der Verlegeabstand. Dadurch lässt sich die Schnecke leicht verlegen, auch bei kleinem Verlegeabstand.

Der Mäander: von warm nach kühl

Beim Mäander läuft das Rohr in parallelen Bahnen hin und her durch den Raum. Die erste Bahn bekommt das wärmste Wasser, die letzte das kühlste. Der Boden kühlt also von einer Seite des Raums zur anderen ab. Bei einem normalen Heizkreis geht es um ein paar Grad Wassertemperatur.

Was wie ein Nachteil aussieht, nutzen Sie als Vorteil: Lassen Sie den Mäander an der kältesten Wand beginnen. Das ist fast immer die Außenwand mit den größten Fenstern. Dort ist der Wärmeverlust am größten, und dort liegt dann auch das wärmste Rohr.

Mäander der Fußbodenheizung, der mit dem wärmsten Rohr an der Fensterwand beginnt und zur Rauminnenseite hin kühler wird
Der Vorlauf läuft zuerst an der Fensterwand entlang, der Rücklauf startet an der Rauminnenseite.

Die Bögen im Mäander

Jeder Bogen im Mäander dreht um 180 Grad über die Breite eines Verlegeabstands. Bei 20 cm ist das kein Problem: Der Bogen hat einen Radius von 10 cm. Bei 10 cm wird es eng. Ein 16-mm-Rohr lässt sich nicht einfach mit einem Radius von 5 cm biegen, es knickt. Eine verbreitete Faustregel ist ein Biegeradius von mindestens dem Fünffachen des Rohrdurchmessers, bei 16 mm also etwa 8 cm. Prüfen Sie aber, was der Hersteller Ihres Rohrs zulässt.

Heizungsbauer lösen das mit einem Omegabogen: Das Rohr macht am Ende der Bahn eine kleine Schlaufe nach außen, sodass der Bogen weiter wird. Das funktioniert gut, kostet aber mehr Zeit und etwas Platz an der Wand.

Bögen eines Mäanders: normaler Bogen bei 20 cm, zu enger Bogen bei 10 cm und ein Omegabogen bei 10 cm
Maßstäblich gezeichnet für ein 16-mm-Rohr.

Welches Muster für welchen Raum?

RaumMusterWarum
Wohnzimmer, Schlafzimmer, ArbeitszimmerSchneckeGleichmäßig warmer Boden dort, wo Sie sitzen und stehen
Raum mit einer großen GlasfassadeMäander ab der Glasfläche, oder Schnecke mit RandzoneWärmstes Rohr dort, wo die Kälte herkommt
Flur, schmaler AbstellraumMäanderLanger, schmaler Raum, wenige Bögen nötig
BadSchnecke oder MäanderHängt vom Grundriss ab; ein Mäander folgt leicht den freien Streifen
RandzoneMäanderStreifen entlang der Außenwand, Bahnen parallel zum Glas

Und der doppelte Mäander?

Es gibt auch eine Zwischenform: den doppelten Mäander. Vorlauf und Rücklauf laufen dabei als Paar nebeneinander in Bahnen hin und her durch den Raum. Sie erhalten die gleichmäßige Verteilung einer Schnecke in Form eines Mäanders. Er ist etwas aufwendiger zu verlegen und in Wohnhäusern seltener zu sehen. Für die meisten Räume ist die normale Schnecke die einfachste Wahl mit demselben Ergebnis.

Wie das Muster Ihre Heizkreise beeinflusst

Das Muster ändert wenig an der Rohrlänge: Bei gleichem Verlegeabstand verlegen Sie ungefähr gleich viele Meter pro m². Wie viele Heizkreise Sie brauchen, hängt also vor allem vom Verlegeabstand und der Fläche ab, nicht vom Muster. Die Rechnung finden Sie unter wie viele Heizkreise Sie brauchen.

Was sich aber unterscheidet, ist, wo die Anschlüsse herauskommen. Bei der Schnecke liegen Ein- und Ausgang nebeneinander, sodass Sie mit einem Leitungspaar zum Verteiler gehen. Beim normalen Mäander liegt der Ausgang auf der anderen Seite des Raums, und die Rücklaufleitung muss den ganzen Weg zurück zur Tür. Zeichnen Sie diese Leitung mit ein, denn sie zählt zur Länge des Heizkreises.

Selbst ausprobieren

In der Fußbodenheizungsplan-App wählen Sie pro Heizkreis eine Schnecke oder einen Mäander und sehen sofort, wie das Rohr durch den Raum läuft. Probieren Sie beides in Ihrem eigenen Wohnzimmer aus und schauen Sie, wo die Anschlüsse herauskommen. Noch ganz am Anfang? Die vollständige Anleitung für einen Verlegeplan hilft Ihnen weiter.

Erstellen Sie Ihren eigenen Verlegeplan

Räume, Verteiler, Heizkreise und Verlegemuster: Probieren Sie es kostenlos im Browser aus, ohne Konto.

Editor öffnen

Auch interessant

Alle Artikel