Ein Verlegeplan für die Fußbodenheizung klingt nach einer Aufgabe für den Heizungsbauer oder den Onlineshop, bei dem Sie die Rohre kaufen. Trotzdem lohnt es sich, ihn einmal selbst zu zeichnen, auch wenn später jemand anderes verlegt. Sie wissen, wo die Küchenzeile hinkommt, welches Zimmer morgens kalt ist und wo das Sofa steht. Und sobald eine erste Version auf dem Papier ist, sehen Sie sofort, ob der Heizkreisverteiler an einer sinnvollen Stelle sitzt und ob Sie fünf oder sieben Heizkreise brauchen.
Sie sind sich noch nicht sicher, was genau auf so einen Plan gehört? Dann lesen Sie zuerst, was ein Verlegeplan ist. In dieser Anleitung gehen wir davon aus, dass Sie das wissen und direkt loslegen möchten.
Was brauchen Sie?
- Einen Grundriss des Geschosses, am besten mit Innenmaßen. Ein Plan vom Architekten ist ideal, ein eigenes Aufmaß mit dem Maßband funktioniert aber auch.
- Eine Vorstellung von der Einrichtung: Wo kommen Einbauschränke, Badewanne, Dusche und WC hin?
- Den Wärmeerzeuger. Mit einer Wärmepumpe arbeiten Sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen, und das beeinflusst den Verlegeabstand.
- Etwa zwei Stunden Zeit und ein Werkzeug zum Zeichnen. Papier und Bleistift gehen auch, aber Varianten vergleichen Sie im kostenlosen Editor deutlich schneller.
Schritt 1: Grundriss maßstäblich zeichnen
Beginnen Sie mit Wänden, Fenstern und Türen. Arbeiten Sie mit Innenmaßen: Das Rohr liegt zwischen den Wänden, nicht darunter. Zeichnen Sie die Türöffnungen mit ein, denn durch sie laufen später die Anbindeleitungen.
Ein Detail, das oft vergessen wird: Stehen die Innenwände schon, bevor der Estrich eingebracht wird? Im Neubau ist das meistens so. Dann läuft jede Leitung in einen anderen Raum durch eine Türöffnung, und das bestimmt, wie Sie die Heizkreise später anbinden.
Schritt 2: Festlegen, was beheizt wird
Nicht jeder Quadratmeter muss beheizt werden. Unter festen Küchenschränken, einer eingebauten Badewanne oder einem begehbaren Kleiderschrank geht die Wärme einfach verloren. Zeichnen Sie diese Flächen in Ihren Plan ein und schraffieren Sie sie. Dasselbe gilt für Stellen, an denen später in den Boden gebohrt wird, etwa für ein Stand-WC. Welche Flächen Sie besser aussparen, lesen Sie in unserem Artikel darüber, wo Sie keine Fußbodenheizung verlegen.
Achten Sie auch auf den Wärmebedarf. Liegt eine raumweise Heizlastberechnung vor, wissen Sie für jeden Raum, wie viel Watt nötig sind. Wenn nicht, arbeiten Sie mit Richtwerten: Bäder und Räume mit viel Glas brauchen mehr, Schlafzimmer weniger.
Schritt 3: Heizkreisverteiler platzieren
Der Heizkreisverteiler ist der Ausgangspunkt jedes Heizkreises. Je zentraler er sitzt, desto kürzer die Anbindeleitungen und desto einfacher der Rest des Plans. In vielen Häusern ist der Flur oder die Diele der beste Platz. Warum das so ist und was schiefgeht, wenn der Verteiler in einer Ecke landet, lesen Sie unter der beste Platz für Ihren Heizkreisverteiler.
Schritt 4: Verlegeabstand wählen
Der Verlegeabstand ist der Abstand zwischen zwei Rohren, von Mitte zu Mitte gemessen. Üblich sind 10, 15 und 20 cm. Je enger die Rohre liegen, desto mehr Wärme gibt der Boden bei gleicher Wassertemperatur ab, desto mehr Rohr brauchen Sie aber auch. Ein Bad liegt meist bei 10 cm, ein Wohnzimmer bei 10 oder 15 cm. Alle Abwägungen finden Sie unter Verlegeabstand: 10, 15 oder 20 cm. Haben Sie große, bodentiefe Fenster, prüfen Sie außerdem, ob eine Randzone sinnvoll ist.
Schritt 5: Räume in Heizkreise aufteilen
Jetzt wird gerechnet. Pro Quadratmeter brauchen Sie 1 geteilt durch den Verlegeabstand an Rohr: 10 m bei 10 cm, 6,7 m bei 15 cm und 5 m bei 20 cm. Dazu kommen Vor- und Rücklauf zum Verteiler, und pro Heizkreis bleiben Sie unter etwa 100 Metern. Ist ein Raum zu groß, teilen Sie ihn in zwei oder drei Heizkreise auf.
Wie Sie das konkret ausrechnen, steht unter wie viele Heizkreise Sie brauchen. Und warum die 100 Meter keine willkürliche Zahl sind, erklären wir unter maximale Heizkreislänge.
Schritt 6: Verlegemuster wählen und Leitungen zeichnen
Für jeden Heizkreis wählen Sie ein Muster. Die Schnecke (bifilar verlegt, als doppelte Spirale) ergibt die gleichmäßigste Oberflächentemperatur und ist der Standard in Wohnräumen. Der Mäander (hin und her) ist praktisch in schmalen Räumen und um das wärmste Rohr an einer kalten Außenwand entlangzuführen. Den Unterschied sehen Sie unter Schnecke oder Mäander.
Zeichnen Sie danach die Anbindeleitungen jedes Heizkreises zum Verteiler. Führen Sie sie nicht quer durch einen anderen Heizkreis, sondern reservieren Sie einen Streifen entlang der Wand. Liegt eine Dehnungsfuge im Estrich, darf ein Heizkreis diese niemals selbst überqueren. Wie Sie das lösen, lesen Sie unter Dehnungsfugen und Bewegungsfugen.
Schritt 7: Prüfen und exportieren
Gehen Sie den Plan noch einmal mit diesen Fragen durch:
- Bleibt jeder Heizkreis einschließlich Vor- und Rücklauf unter etwa 100 Metern?
- Sind die Heizkreise ungefähr gleich lang? Große Unterschiede erschweren den hydraulischen Abgleich.
- Läuft kein Rohr unter festen Schränken, der Badewanne oder an der Stelle des WCs?
- Laufen nicht zu viele Leitungen durch eine einzige Türöffnung?
- Hat jeder Raum einen Heizkreis, und liegt jeder Heizkreis in nur einem Raum (oder einem Estrichfeld)?
Die Fehler, die uns am häufigsten begegnen, haben wir unter 10 Fehler in Verlegeplänen zusammengestellt. Passt alles, exportieren Sie den Plan als PDF. In der App erhalten Sie dazu eine Heizkreistabelle mit der Länge jedes Heizkreises und eine Materialliste mit der Gesamtmeterzahl Rohr und der Anzahl Abgänge, die Ihr Verteiler braucht. Das PDF geht an den Heizungsbauer, ein Exemplar legen Sie zu Ihren Bauunterlagen. In zehn Jahren sind Sie froh zu wissen, wo die Rohre liegen, wenn Sie einen Schrank festschrauben möchten.
Ein ausgearbeitetes Beispiel
Unten sehen Sie ein Erdgeschoss von 12 mal 7,4 Metern, gezeichnet nach den sieben Schritten. Die Rohre sind schematisch dargestellt, die Längen in der Tabelle sind mit einem Verlegeabstand von 15 cm berechnet.
Einige Entscheidungen, die Sie im Beispiel sehen:
- Das Wohnzimmer ist zweigeteilt. Bei 26,4 m² käme ein einziger Heizkreis mit 15 cm Verlegeabstand auf etwa 180 Meter Rohr, viel zu lang. Zwei Heizkreise mit 91 und 94 Metern liegen schön in derselben Größenordnung.
- Die Küchenschränke sind ausgespart. Der Heizkreis liegt nur unter dem freien Teil der Küche: 11,4 m² statt 15,8 m².
- Der Verteiler sitzt im Flur, direkt neben den Türen von Wohnzimmer und Küche. So bleiben die Anbindeleitungen kurz.
- Abstellraum, WC und Waschraum haben keinen Heizkreis. Das ist eine Entscheidung, keine Regel. Möchten Sie das WC doch beheizen, lässt sich dort ein kleiner Heizkreis ergänzen.
Und bei einer Sanierung?
Die Schritte bleiben dieselben, aber die Rahmenbedingungen ändern sich. Sie haben oft wenig Aufbauhöhe, arbeiten mit dünneren Rohren und damit mit kürzeren Heizkreisen. Was das für Ihren Plan bedeutet, lesen Sie unter Verlegeplan für eine Sanierung zeichnen.
Selbst ausprobieren
Am schnellsten lernen Sie es, indem Sie es einfach machen. Öffnen Sie die Fußbodenheizungsplan-App, zeichnen Sie Ihre Räume, setzen Sie den Verteiler und legen Sie den ersten Heizkreis. Die App ist kostenlos, Sie brauchen kein Konto und exportieren das Ergebnis als PDF.